Person spielt auf einem Holzklavier, mit Notenblatt im Hintergrund und warmen Lichtreflexen im Vordergrund.

Spezialambulanz: Integrative Psychotherapie bei Aphasie


Wer wir sind

Die Spezialambulanz für Integrative Psychotherapie bei Aphasie widmet sich der Behandlung psychischer Erkrankungen bei Menschen mit eingeschränkter Kommunikation nach einer erworbenen Hirnschädigung. Die Leitung hat Prof. Dr. habil. Benjamin Stahl. Die Spezialambulanz ist die international erste Einrichtung ihrer Art.


Zahlen und Fakten

In den ersten fünf Jahren nach einem Schlaganfall leidet rund ein Drittel der Betroffenen an psychischen Erkrankungen. Im selben Zeitraum sterben ca. 3-4 von 1000 Personen mit psychischen Erkrankungen durch Suizid – relativ zur sonstigen Population ein um 73% erhöhter Wert. In diesem Zusammenhang zählt eine Aphasie zu den epidemiologisch stärksten Prädiktoren für psychische Erkrankungen. Somit ergibt sich für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Aphasie ein erheblicher Versorgungsbedarf, ausgehend von jährlich über 370.000 Schlaganfallüberlebenden allein in Deutschland. Allerdings existiert für die Betroffenen bisher weder eine aphasiegerechte Psychoedukation zu psychischen Erkrankungen noch eine auf sprachliche Beeinträchtigungen maßgeschneiderte Form der Psychotherapie. Unsere Spezialambulanz leistet einen Beitrag, um diese Versorgungslücke zu schließen.


Wie wir arbeiten

Unser Behandlungsprogramm beruht auf neuesten Erkenntnissen der psychotherapeutischen Forschung. Die Spezialambulanz verfolgt das Ziel, innovative Ansätze für die Versorgung von Menschen mit Aphasie und psychischen Erkrankungen zu entwickeln und empirisch abzusichern. Zugleich dient die Spezialambulanz der Vernetzung psychotherapeutischer Versorgung, Forschung und Lehre im Grenzbereich aus Humanmedizin und Klinischer Psychologie.


Behandlungsangebot

Unser Behandlungsangebot umfasst integrative Einzel- und Gruppenpsychotherapie, die in hohem Maße soziale, sprachliche und musikalisch-künstlerische Ressourcen bei Menschen mit Aphasie berücksichtigt. Einen Schwerpunkt bildet die Kurz- und Langzeitbehandlung von Menschen mit Aphasie und Post-Stroke-Depression im Einklang mit Empfehlungen der nationalen AWMF-Leitlinie. Zur Anmeldung wenden Sie sich bitte an das Praxismanagement der Hochschulambulanz.


Weiterführende Quellen

Nationale AWMF-Leitlinie für Aphasie und deren psychosoziale Folgen (Erscheinungsdatum: 2027)

Stahl, B., Millrose, S., Denzler, P., Lucchese, G., Jacobi, F., & Flöel, A. (2022). Intensive social interaction for treatment of post-stroke depression in subacute aphasia: The CONNECT trial. Stroke, 53(12), 3530–3537. doi: 10.1161/strokeaha.122.039995

Stahl, B., (2023). Beyond language deficits: Working alliance and resources as predictors of recovery from aphasia. Stroke, 54(8), 2208–2212. doi: 10.1161/strokeaha.123/043498

Stahl, B., Becker, K., Kocyigit, K., Denzler, P., & Röder, P. (2024). Link between post-stroke psychopathology and scope-of-action awareness. Therapeutic Advances in Neurological Disorders, 17. doi: 10.1177/17562864241282633

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