Abstrakte Komposition aus farbigen, halbtransparenten Flächen in Gelb, Blau und Weiß.

Ringvorlesung

»Gesundheit und soziale Teilhabe«

Die fest etablierte Veranstaltungsreihe der Ringvorlesungen wird von den Partnerhochschulen MSH Medical School Hamburg – University of Applied Sciences and Medical University, MSB Medical School Berlin sowie der HMU Health and Medical University Erfurt und der HMU Health and Medical University mit den Standorten Potsdam, Düsseldorf und München gemeinsam organisiert und widmet sich unter dem Leitthema »Gesundheit und soziale Teilhabe« den vielfältigen Forschungs- und Studienschwerpunkten der vier Hochschulen. Das Profil von MSH, MSB, HMU und HMU Erfurt ist von einem interdisziplinären Anspruch geprägt. Um die Studierenden auf eine berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen vorzubereiten, wird auch bei der Ringvorlesung großen Wert auf Austausch gelegt.

In jedem Semester wird ein aktuelles gesellschaftsrelevantes Thema aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven betrachtet. Dazu stellen ausgewiesene und international renommierte Wissenschaftler:innen einerseits den »State of the Art« vor, sie diskutieren aber auch neue Trends und Entwicklungen in ihren Spezialgebieten.

Die Ringvorlesung richtet sich an ein breites Publikum, einschließlich Studierende, Wissenschaftler:innen, Praktiker:innen und die interessierte Öffentlichkeit. Die Veranstaltungen finden virtuell statt und sind kostenfrei.

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Sommersemester 2026

»Psychotherapie + körperliche Bewegung«

Vorsitz: Prof. Dr. Eva-Marie Kessler und Dr. Nils Henrik Pixa (MSB Medical School Berlin)

Körperliche Aktivität und gezielte Bewegung zählen heute zu den wirksam belegten ergänzenden Ansätzen in der Behandlung psychischer Erkrankungen – von der Kindheit bis ins hohe Alter. Eine wachsende Zahl an Studien und Meta-Analysen zeigt, dass sportliche Aktivität positive Effekte auf depressive Symptome, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörungen sowie kognitive und affektive Prozesse entfalten kann. Zu unterscheiden ist zwischen allgemeiner körperlicher Aktivität und systematisch geplanter, strukturierter Bewegung, die sich anhand von Häufigkeit, Intensität, Dauer und Art klar beschreiben lässt.

Neben sportwissenschaftlichen Parametern gewinnen individuelle Präferenzen, Motivlagen und soziale Kontexte zunehmend an Bedeutung für die erfolgreiche Empfehlung und nachhaltige Umsetzung von körperlicher Aktivität im psychotherapeutischen Alltag. Psychotherapeut:innen nehmen hierbei eine zentrale Rolle ein. Bereits niedrigschwellige Empfehlungen können das Aktivitätsniveau von Patient:innen erhöhen, insbesondere wenn sie gemeinsam reflektiert, an persönliche Ressourcen angepasst und gegebenenfalls durch Fachangebote ergänzt werden.

Besonders vielversprechend erscheint die Kombination von Psychotherapie und regelmäßiger Bewegung, da sich psychologische und (neuro-)physiologische Wirkmechanismen gegenseitig verstärken können. Bewegung kann Selbstwirksamkeit, Emotionsregulation und Stressverarbeitung fördern und zugleich neurobiologische Prozesse beeinflussen, die für psychische Gesundheit relevant sind. Trotz noch offener Fragen zu den genauen Wirkmechanismen unterstreicht die aktuelle Evidenz das Potenzial bewegungsbezogener Interventionen als integralen Bestandteil einer ganzheitlichen, lebensspannenorientierten Psychotherapie.

Die Ringvorlesung im Sommersemester 2026 greift diese Entwicklungen auf. Passend zum Titel »Psychotherapie + körperliche Bewegung« beleuchten vier Expert:innen aus der Psychologie, Sportwissenschaft und Medizin sowohl theoretische Grundlagen und empirische Befunde als auch praxisnahe Konzepte zur Integration von Bewegung und körperlicher Aktivität in die psychotherapeutische Arbeit.

 

Wir freuen uns auf spannende Vorträge und einen lebendigen Austausch.


Fortbildungspunkte

Alle Vorträge sind gemäß Fortbildungsordnung der Psychotherapeutenkammer Hamburg akkreditiert. Um im Nachgang eine Bescheinigung über Ihre Teilnahme zu erhalten, geben Sie dies bitte bei der Anmeldung zum jeweiligen Vortrag unkompliziert an oder wenden Sie sich an ringvorlesung@medicalschool-hamburg.de.

Programm & Termine im Sommersemester 2026

Programm als PDF zum Download:

»Mentale Gesundheit im Leistungssport: Impulse für die Psychotherapie«
Prof. Dr. Jana Strahler, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Anmeldung zum Vortrag am 02. Juli 2026*

Spitzensport verlangt nicht nur physische Höchstleistungen, sondern konfrontiert Athlet:innen auch mit psychologischen Barrieren, die ihr Potenzial limitieren können. Angst vor Versagen, Selbstzweifel, perfektionistische Tendenzen oder hoher Leistungsdruck wirken subtil, beeinträchtigen Motivation, Konzentration und Leistungsbereitschaft und können langfristig zu Überlastung und Erschöpfung führen. Gleichzeitig zeigen Forschung und Praxis, dass Resilienz, soziale Unterstützung und adaptive Coping-Strategien diese Hindernisse abfedern und Leistungspotenzial freisetzen können. Faktoren wie Selbstreflexion, adaptive Zielsetzung, Emotionsregulation und soziale Unterstützung wirken schützend, indem sie Stress abmildern und Leistungserreichung erleichtern.

Für Psychotherapeut:innen sind diese Dynamiken besonders interessant: Viele der psychologischen Herausforderungen im Spitzensport spiegeln Prozesse, die auch in psychotherapeutischen Kontexten relevant sind – sei es im Umgang mit Leistungsdruck, Selbstkritik, Burnout-Risiko oder der Förderung von Resilienz bei Klient:innen.

Der Vortrag zeigt zentrale psychologische Hindernisse auf, die zwischen Potenzial und Leistung stehen, und beleuchtet, wie Schutz- und Resilienzfaktoren diese Barrieren überwinden helfen. Praktische Interventionen aus dem Sport – mentales Training, Psychoedukation, strukturierte Reflexion – werden vorgestellt und auf ihre Übertragbarkeit auf psychotherapeutische Arbeit diskutiert. Ziel ist es, ein praxisnahes Verständnis für mentale Ressourcen zu vermitteln, das Psychotherapeut:innen Impulse liefert, wie Prävention, Beratung und Training ineinandergreifen können. Die Reflexion von Grenzerfahrungen und der Aufbau psychologischer Widerstandskraft lassen sich nicht nur auf Athlet:innen, sondern auch auf Patient:innen übertragen.

Prof. Dr. Jana Strahler ist Diplom-Psychologin. Seit 2021 leitet sie den Arbeitsbereich Sportpsychologie am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Zuvor war sie unter anderem an den Universitäten Gießen, Marburg und Wuppertal tätig sowie als Visiting Researcher bei den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta. Ihr Arbeitsbereich Sportpsychologie, Gesundheitsförderung und Sporttherapie beschäftigt sich mit der Schnittstelle von Bewegung, mentaler Gesundheit und gesellschaftlicher Verantwortung. Die Forschung umfasst unter anderem Themen des Leistungs- und Gesundheitssports, der Prävention, der Bewegungstherapie sowie der Förderung psychischer Gesundheit durch körperliche Aktivität. Sie ist seit 2025 Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie in Deutschland (asp).

*Weiterleitung zur Eventseite von MS Teams. Wir empfehlen, die Software Teams im Vorfeld zu installieren. Wenn Sie über Ihr Smartphone an der Ringvorlesung teilnehmen wollen, laden Sie bitte vorher die entsprechende (kostenfreie) App herunter.