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Klinische Psychologie & Psychotherapie

Profil des Forschungsclusters

Das Forschungscluster Klinische Psychologie und Psychotherapie beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung psychischer Störungen sowie körperlicher Störungen bei denen psychische Faktoren eine entscheidende Rolle spielen.

Durch Professuren mit unterschiedlichen klinischen Schwerpunkten ist das Forschungscluster vielfältig aufgestellt und kann zentrale, insbesondere auch versorgungsrelevante, Forschungsbereiche der klinischen Psychologie in ihrer ganzen Bandbreite abdecken. Auf das gesamte Bundesgebiet gesehen, ist die MSB somit eine der wenigen Hochschulen, die auch analytisch-begründete Psychotherapieverfahren in ihrem Forschungsprofil verankert hat.

Die Forschungsschwerpunkte des Clusters Klinische Psychologie und Psychotherapie werden durch Fragestellungen aus den Bereichen Diagnostik, Psychopathologie, Prävention und Psychotherapieausbildungsforschung ergänzt.

Das Forschungscluster Klinische Psychologie und Psychotherapie umfasst die Disziplinen:

  • Klinische Psychologie
  • Medizin
  • Entwicklungspsychologie
  • Psychosomatik
  • Epidemiologie
  • Neuropsychologie
  • Biologische Psychologie
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie

Wissenschaftliche Bereiche im Forschungscluster Klinische Psychologie & Psychotherapie

Evidenzbasierung psychotherapeutischer Methoden und Verfahren

Evidenzbasierung psychotherapeutischer Methoden und Verfahren

Die Evidenzbasierung psychotherapeutischer Methoden hat eine unmittelbare Relevanz für das deutsche Versorgungssystem. Wirksamkeitsnachweise dieser Art sind sowohl für die staatliche Anerkennung von Therapiemethoden und die Therapieausbildung zentral, als auch für die Anerkennung als Kassenleistung im Rahmen der so genannten Richtlinientherapien. Anhand randomisiert-kontrollierter Studien (RCTs) werden an der MSB, in Kooperationen mit anderen Universitäten und Forschungseinrichtungen, Wirksamkeitsnachweise für verschiedene Therapiemethoden, je nach Ausrichtung mit verhaltenstherapeutischem oder tiefenpsychologisch fundiertem Schwerpunkt, erbracht. Dabei stehen aktuell klinische Studien zu Traumafolgestörungen, affektiven Störungen und Zwangsstörungen im Fokus. Eine wissenschaftliche Einbindung der neu gegründeten psychotherapeutischen Hochschulambulanz in diesen Forschungsbereich ist aktuell in Planung.

E-Mental Health

E-Mental Health

In den letzten Jahren wurden für fast alle Störungsbilder internetbasierte Interventionen entwickelt und evaluiert. Die Zuhilfenahme neuer Kommunikationsmedien als Kanal für neue Psychotherapieformen kann sowohl das bisherige Versorgungssystem ergänzen, als auch bestehende Versorgungslücken schließen. Wirksamkeitsnachweise gibt es inzwischen für die am häufigsten auftretenden psychischen Erkrankungen, wie beispielsweise die Depression, Essstörungen, Angststörungen, die posttraumatische Belastungsstörung und komplizierte Trauer. Ein besonderer Schwerpunkt des verhaltenstherapeutischen Bereichs des Forschungsclusters Klinische Psychologie und Psychotherapie liegt daher in der Entwicklung von webbasierten Interventionen für Traumafolgestörungen (z.B. Online-Präventionsprogramm für Trauernde Geschwister; webbasierte Gruppenintervention für Hinterbliebene nach einem Suizid). Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der psychosozialen Versorgung von Patienten aus anderen Kulturkreisen mit Hilfe neuer Medien.

Entwicklung neuer Therapiekonzepte

Entwicklung neuer Therapiekonzepte

Die Entwicklung neuer Therapiekonzepte und Therapiemanuale stellt einen Schwerpunkt dar, der Klinik und Forschung verbindet. Im Rahmen der Entwicklung so genannter transdiagnostischer vereinheitlichter Therapieprotokolle (transdiagnostic unified protocols) werden hierfür Therapieelemente, die sich in RCTs psychodynamischer oder verhaltenstherapeutischer Behandlungen von Angst und Depression als wirksam erwiesen haben, extrahiert und in neue Therapiekonzepte integriert (z.B. Unified protocol for emotional disorders, CETA). Diese können unmittelbare Anwendung in Forschung und Ausbildung finden und stellen die Ausgangsbasis für weitere klinische Studien dar.  Aktuell werden im Rahmen des Forschungsclusters Klinische Psychologie und Psychotherapie zudem Therapiemanuale zu Traumafolgestörungen bei geflüchteten Menschen sowie bei Menschen mit Gewalterfahrungen in der Kindheit entwickelt.

Ätiologie von psychischen und Entwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendalter

Ätiologie von psychischen und Entwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendalter

Trotz guter Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten kann es bei verschiedenen psychischen Störungsbildern zur Chronifizierung und insbesondere auch bei Essstörungen zu einem tödlichen Ausgang kommen. Dementsprechend ist die Identifikation von Risikofaktoren und die Anpassung bestehender Therapiekonzepte an diese Erkenntnisse essentiell. Es wird von einem multikausalen Entstehungsmodell ausgegangen, bei dem verschiedene Risikodeterminanten und Prädispositionen ineinanderwirken. Ätiologische Angaben beziehen sich unter anderem auf biologische, familiäre, individuelle, kognitive und soziokulturelle Faktoren. Untersuchungen in diesem wissenschaftlichen Bereich beschäftigen sich beispielsweise mit der Erforschung kognitiver Funktionen bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen und adoleszenten Patienten mit Essstörungen.

Psychotherapieausbildungsforschung (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie)

Psychotherapieausbildungsforschung (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie)

Die Professionalisierung der psychotherapeutischen Ausbildung ist von aktueller Relevanz. Neben der Erlangung einer fachlichen Expertise steht im Zentrum der Ausbildung eine Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie im Rahmen von Selbsterfahrungselementen bzw. der Lehranalyse. Ein Projekt dieses Wissenschaftsbereiches beschäftigt sich in diesem Kontext mit den Zusammenhängen zwischen Feinfühligkeit, Mentalisierung und Triangulierung sowie der Bedeutung dieser Merkmale für die Arbeit von Therapeuten. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit Feinfühligkeit als eine professionelle Kompetenz gefördert werden kann.

Aktuelle Projektübersicht im Forschungscluster Klinische Psychologie & Psychotherapie

Webbasierte präventive Gruppenintervention für Hinterbliebene nach einem Suizid: Eine randomisierte Kontrollgruppenstudie (GROUP-CARE)

Webbasierte präventive Gruppenintervention für Hinterbliebene nach einem Suizid: Eine randomisierte Kontrollgruppenstudie (GROUP-CARE)

Arabic network for virtual treatment (e-health) of posttraumatic mental health problems

Arabic network for virtual treatment (e-health) of posttraumatic mental health problems

Online-Präventionsprogramm für trauernde Geschwister

Online-Präventionsprogramm für trauernde Geschwister

Psychodynamische Kurzzeittherapie bei Zwangsstörungen

Psychodynamische Kurzzeittherapie bei Zwangsstörungen

Projektleiter:
Prof. Dr. Christiane Steinert,

Prof. Dr. Falk Leichsenring,
Prof. Dr. Heinz Weiß

Laufzeit:
10/2016-10/2021,
DGPT, Heidehof-Stiftung

Beteiligte Disziplinen:
Klinische Psychologie

Meta-Analysen und systematische Reviews zur Wirksamkeit psychodynamischer Psychotherapie

Meta-Analysen und systematische Reviews zur Wirksamkeit psychodynamischer Psychotherapie

Projektleiter:
Prof. Dr. Christiane Steinert,

Prof. Dr. Falk Leichsenring

Laufzeit:
Laufend, von 9/2015-3/2017,
finanziell gefördert (DGPT)

Beteiligte Disziplinen:
Klinische Psychologie

Kognitive Flexibilität bei mehrsprachigen und sprachentwicklungsgestörten Vorschulkindern

Kognitive Flexibilität bei mehrsprachigen und sprachentwicklungsgestörten Vorschulkindern

Projektleiter:
Dr. Lea Sarrar,
Dr. Seo-Rin Ko

Laufzeit:
seit 07/2012,
Mittel aus der Charité

Beteiligte Disziplinen:
Klinische Psychologie, Medizin

Förderung von Feinfühligkeit im Rahmen vom Paulina-Kernberg-Seminaren – einer regressiven Gruppenselbsterfahrung für Pädagogen und Therapeuten

Förderung von Feinfühligkeit im Rahmen vom Paulina-Kernberg-Seminaren – einer regressiven Gruppenselbsterfahrung für Pädagogen und Therapeuten

Projektleiter:
Dr. Lea Sarrar,
Prof. Dr. Hermann Staats

Laufzeit:
seit 2012

Beteiligte Disziplinen:
Klinische Psychologie, Entwicklungspsychologie

Ihr Ansprechpartner