Datum: 24.02.2024
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„Schritte aus der Depression“ - Studie untersucht den Effekt eines Bewegungsprogramms mit Schrittzählern im Rahmen einer stationären psychiatrischen Behandlung

Körperliche Aktivität stellt ein Wirksames Behandlungsverfahren für Menschen mit Depression dar. Gleichzeitig ist die Aufnahme eines aktiven Lebensstils insbesondere für Menschen mit Depressionen oft mit zahlreichen Barrieren verbunden. Daher werden Interventionen, die Menschen mit Depression dabei unterstützen können, regelmäßig körperlich aktiv zu sein, dringend benötigt. Bestehende Programme für Menschen mit schwerer Depression bestehen meist aus strukturierten, umfangreichen und angeleiteten Gruppenprogrammen, die auf eine gute Wirksamkeit hinweisen. Gleichzeitig sind solche Interventionen oft mit einem hohen organisatorischen und finanziellen Aufwand verbunden.

Im Rahmen der Studie „Schritte aus der Depression“ wurde untersucht, inwiefern eine einfache Intervention, der Patient:innen während der stationären psychiatrischen Behandlung einen Schrittzähler und ein Programm mit Hinweisen, wie sie ihr Bewegungsverhalten steigern können, effektiv ist. In dieser multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie wurden 192 Patient:innen nach dem Zufallsprinzip entweder einer Standardbehandlung oder der Standardbehandlung plus Schrittzähler-Intervention zugeteilt. Die beiden primären Endpunkte bei der Entlassung waren Depressive Symptome - blind bewertet mit der Montgomery-Asberg Depression Rating Scale (MADRS) - und die durchschnittliche Anzahl der täglichen Schritte, die mit Beschleunigungsmessern gemessen wurden. Sekundäre Ergebnisse waren selbst eingeschätzte Depressionen und PA, Angstzustände, Remissions- und Ansprechraten.

Die multivariate Varianzanalyse (MANOVA) ergab keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen für Depression und tägliche Schritte. Daraus kann geschlossen werden, dass bei Patient:innen mit schwerer Depression ein einfaches Schrittprogramm ohne weitere fachkundige Unterstützung nicht ausreichend ist um das Aktivitätsniveau zu steigern. Zukünftige Programme sollten daher eine fachkundige Supervision, Mechanismen der sozialen Verstärkung und motivationale Strategien einsetzen, sodass eine Wirksamkeit von Interventionen erreicht werden kann.

Link:

https://link.springer.com/article/10.1007/s00406-023-01646-2

Referenz:

Große, J., Huppertz, C., Röh, A., Oertel, V., Andersen, S., Schade, N., Goerke-Arndt, F., Kastinger, A., Schoofs, N., Thomann, P.A., Henkel, K., Malchow, B., Plag, J., Terziska, A., Brand, R., Helmig, F., Schorb, A., Wedekind, D., Jockers-Scherübl, M., Schneider, F., Petzold, M.B., Ströhle, A. (2023) Step away from depression—results from a multicenter randomized clinical trial with a pedometer intervention during and after inpatient treatment of depression, Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci, pub ahead of print       

Wissenschaftliche Ansprechperson:

Prof. Dr. Moritz Petzold
Mail: moritz.petzold(at)medicalschool-berlin.de
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