Welche gesellschaftlichen und individuellen Kosten entstehen durch pädophile Störungen – und warum ist es problematisch, diese ausschließlich als strafrechtliches Thema zu betrachten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine aktuelle Publikation der Rechts- und Sexualpsychologie hier an der MSB. Der Beitrag nutzt einen sogenannten Cost-of-Illness-Ansatz, um die ökonomischen, sozialen und psychischen Belastungen dieser bislang stark vernachlässigten Thematik systematisch zu erfassen.
Die Autoren zeigen, dass sowohl betroffene Personen als auch die Gesellschaft erhebliche direkte, indirekte und immaterielle Kosten tragen – etwa durch psychische Belastungen, eingeschränkte Lebensqualität, Stigmatisierung sowie Folgekosten im Gesundheits- und Justizsystem. Gleichzeitig wird deutlich, dass fehlende Versorgungsstrukturen und starke gesellschaftliche Stigmatisierung dazu beitragen, dass Hilfsangebote zu selten in Anspruch genommen werden.
Die Publikation argumentiert für eine stärkere Einordnung als Public-Health-Thema, um Prävention zu verbessern, Stigmatisierung zu reduzieren und langfristig auch gesellschaftliche Folgekosten zu senken.
Der vollständige Artikel ist Open Access in Archives of Sexual Behavior erschienen und kann über folgenden Link abgerufen werden:
https://doi.org/10.1007/s10508-025-03406-w