In einer aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichung in der „Psychiatrischen Praxis“ analysiert Prof. Dr. Moritz Petzold von der Fakultät Naturwissenschaften gemeinsam mit Kolleg:innen von der Charité und der Internationalen Psychoanalytischen Universität die Darstellung von Schizophrenie und Psychose in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten. Die Studie untersucht 709 Zeitungsartikel aus den Jahren 2004, 2013 und 2023 und beleuchtet insbesondere die metaphorische Verwendung der Begriffe, ihre Verknüpfung mit Kriminalität sowie die Thematisierung von Behandlungsmöglichkeiten.
Die Ergebnisse zeigen zwar einen Rückgang metaphorischer Verwendungen, zugleich jedoch einen deutlichen Anstieg kriminalisierender Kontexte. Therapeutische Aspekte spielen in der Berichterstattung weiterhin eine untergeordnete Rolle. Die Autor:innen kommen zu dem Schluss, dass trotz positiver Entwicklungen weiterhin stigmatisierende Tendenzen bestehen und betonen die Bedeutung einer engeren Zusammenarbeit zwischen psychiatrischem Fachpersonal und Medienschaffenden zur Reduktion von Stigmatisierung.