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Studium Frühe Hilfen und Frühförderung (Bachelor of Arts)

Fakultät Gesundheitswissenschaften (Fachhochschule)

Kindertagesstätten und Schulen müssen sich immer neuen Herausforderungen stellen, die sie alleine nicht be­wäl­tigen können. Stichworte hierzu sind z.B. Inklusion, frühkindliche Bildung, differenzierter Unterricht oder besondere kindliche Förderbedarfe. Dadurch wächst der Bedarf an akademisch qualifizierten Fachkräften im Bereich der frühkindlichen Entwicklung.

Der Bachelorstudiengang Frühe Hilfen und Frühförderung bildet Fachkräfte aus, die als Spezialisten für Kindesentwicklung in den ersten Lebensjahren wirken und Experten für die Stärkung der Bezugspersonen im Umfeld des Kindes und des Familiensystems sind.

Die fachlichen Qualifikationsanforderungen, die von der Vereinigung Interdisziplinäre Frühförderung – Bundesvereinigung e.V. formuliert und gefordert werden, werden durchgängig berücksichtigt. Es besteht eine enge Zusammenarbeit der Lehrenden mit und in der VIFF

Der Bachelorstudiengang Frühe Hilfen und Frühförderung ist staatlich anerkannt durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin und ist durch die AHPGS erfolgreich fachlich akkreditiert. 

Es bestehen mit dem Bachelorabschluss Frühe Hilfen und Frühförderung an der MSB in allen Bundesländern gute Einstellungsmöglichkeiten, in Berlin zurzeit mit Einschränkungen.

Die MSB bietet Ihnen daher auch die Möglichkeit des Doppelbachelor-Abschlusses. Nach nur drei weiteren Semestern erlangen Sie den zusätzlichen Bachelorabschluss Heilpädagogik mit staatlicher Anerkennung in Berlin. 

Die berufsrechtliche Anerkennung des akkreditierten Bachelorstudiengangs Heilpädagogik mit dem Abschluss Bachelor of Arts ist erfolgreich abgeschlossen. Absolventen dieses Bachelorstudiengangs erhalten somit die staatliche Anerkennung auf Antrag gemäß des Sozialberufe-Anerkennungsgesetzes (SozBAG) als staatlich anerkannter Heilpädagoge (B.A.).

  • Überblick
  • Studieninhalte
  • Module
  • Zulassung
  • Karriere

Überblick

Der Bachelorstudiengang Frühe Hilfen und Frühförderung reagiert auf diese Entwicklung mit folgenden innovativen Alleinstellungsmerkmalen:

Frühe Hilfen und Frühförderung bildet ganzheitlich aus 
Die bisherigen Ausbildungsgänge im Bereich der Frühförderung zielen auf ein ausdifferen­ziertes Expertenwesen (Pädiatrie, Psychologie, Logopädie, Heilpädagogik, Sozialarbeit etc.). Innerhalb dieses Spektrums vertreten die jeweiligen Berufsgruppen primär ihre spezifischen Blickwinkel. Diese separierte Sicht reicht heute nicht mehr aus. Vielmehr sollten Fachperso­nen aus allen diesen Einzeldisziplinen Wissen mitbringen und zugleich eine ganzheitliche Sicht sowohl auf das einzelne Kind als auch auf dessen Lebensumfeld entwickeln. Der Bachelorstudiengang bildet diese Querschnittskompetenzen konsequent aus.

Frühe Hilfen und Frühförderung bildet familien- und ressourcenorientiert aus 
Um den ganzheitlichen Anspruch wirkungsvoll umzusetzen, muss der Fokus von der derzeit dominierenden Ausrichtung auf therapeutische Leistungen oder heilpädagogische Behand­lungen verschoben werden: Das Gesamtsystem Familie und Bezugsgruppe muss in die Hilfeleistung einbezogen werden. Neben der Befähigung zur Arbeit mit dem Kind ist deshalb ein zentra­les Anliegen des Bachelorstudiengang Frühe Hilfen und Frühförderung auch die Vermittlung von Kompetenzen zur Stärkung der Bezugspersonen im Umfeld des Kindes (Familie, aber auch z.B. Kindertagesstätten).

Frühe Hilfen und Frühförderung bildet selbstreflexiv aus 
Die theoretischen Kernbereiche der Frühförderung wie Pädagogik und Psychologie, Medizin und Therapie, Sozialarbeit und Recht werden natürlich auch im Studiengang Frühe Hilfen und Frühförderung (B.A.) an der MSB ausgebildet. Die Modulabfolge entspricht allen staatlichen Vorgaben zur Ausbildung qualifizierter Fachkräfte. Eine Besonderheit des Studiums jedoch ist die durchgängige Selbstreflexion der Studierenden und die Optimierung ihrer sozialen und persönlichen Kompetenzen. Denn im späteren Berufsleben werden Fachkräfte der Frühen Hilfen und Frühförderung immer wieder mit akuten Krisensituationen konfrontiert, in denen sie ein festes ethisches und persönliches Fundament brauchen, um wirkungsvoll intervenieren zu können.

Studieninhalte

Der Schwerpunkt des Bachelorstudiums liegt im Tätigkeitsfeld der frühen präventiven Förderung von Kleinkindern und deren Familien, die mit multiplen Belastungssituationen (Behinderung, drohende Behinderung, soziale Benachteiligung) konfrontiert sein können. Erweiterte spezifische Kenntnisse erlangen sie in den Kernbereichen der Frühen Hilfen und Frühförderung: Pädagogik, Psychologie, Medizin und Therapie, Heilpädagogik, Sozialarbeit und Recht. Dadurch wird die Basis für eine systemorientierte transdisziplinäre Arbeit in den Frühen Hilfen und der Frühförderung geschaffen.

Im Sinne eines lernzielorientierten Modells vermittelt der pädagogisch ausgerichtete Bachelorstudiengang sowohl theoretisches Wissen über frühkindliche Entwicklung und Bildung, als auch praxisbezogene Fähigkeiten wie die zielorientierte Förderung, Stärkung von Eltern in ihrem Alltag, die Arbeit im Team mit Pädagogen, Medizinern, Therapeuten, Psychologen und anderen Berufsgruppen. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Erwerb von konkreten Fachkompetenzen u.a. in der Diagnostik, Gesprächsführung, Förder- und Behandlungsplanung, Beziehungsgestaltung und der Krisenarbeit. Die Ausbildung vertiefter sozialer Kompetenzen in der Kommunikation mit verletzlichen Familien (im Kontext von Risikofaktoren, Behinderung, sozialer Benachteiligung, Migration, psychischer Erkrankung) und die Arbeit im interdisziplinären Team sind ebenfalls wichtiger Bestandteil des Bachelorstudiums. Die Arbeit in und mit der gesamten Familie als System wird vor allem unter dem Gesichtspunkt der Ressourcenorientierung bzw. der Hilfe zur Selbsthilfe (Empowerment) gesehen.

Damit werden Kenntnisse von Ursachen und Auswirkungen kindlicher Entwicklungsstörungen sowie systemzentrierte Fördermaßnahmen in den Mittelpunkt gestellt. Sie lernen, die Ressourcen im Umfeld des Kindes (insbesondere der Familie) zu fördern, Krisen- und Belastungssituationen zu erkennen und die Fähigkeit zu stärken, die kindlichen Signale zu erkennen und einfühlend und anregend zu reagieren (intuitive Kommunikation). Ausgehend vom Bundeskinderschutzgesetz werden zudem Fachwissen und Handlungskompetenzen aus den Bereichen des Netzwerkmanagements, der kommunal geplanten Bedarfsermittlung oder zielgruppenorientierten Projektplanung vermittelt.

In Verbindung mit Management- und wissenschaftlichen Kompetenzen erwerben sie umfassende Reflexions- und Handlungskompetenzen und die Möglichkeit, sich für Leitungsaufgaben zu qualifizieren. Neben den fachspezifischen Kompetenzen der Frühen Hilfen und Frühförderung gehören zum Bachelorstudium auch die Reflexion persönlicher und professioneller Emotionen und Ressourcen, da die Arbeit in (familiären) Krisensituationen ein festes persönliches und ethisches Fundament benötigt sowie besondere Kompetenzen der Beratung.

Der umfassende interdisziplinäre Überblick über die komplexen Aufgaben der Frühen Hilfen und Frühförderung ermöglicht einen permanenten Wechsel zwischen

  • spezifischen Handlungskompetenzen wie z.B. Beratung,Gesprächsführung und Krisenmanagement,
  • motorischen, sprachlichen und sensitiven Förderansätzen beim Kind und
  • persönlichen Kompetenzen wie Selbstorganisation, persönliche Stabilität und Reflexion des professionellen Handelns.

Damit erhalten die Studierenden eine umfassende Ausbildung für die Arbeit auf drei Ebenen: der Handlungsebene im konkreten Fördersetting, der Netzwerkebene in der kooperativen Zusammenarbeit im Helfersystem und der Planungsebene im Bereich Koordination und Qualitätsentwicklung.    

Module

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Zulassung

Vollzeitmodell

  • Berechtigung zum Studium gemäß § 10 BerlHG (Allgemeine Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife, Fachhochschulreife oder vergleichbarer Abschluss) oder
  • Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte  gemäß § 11 BerlHG
  • Möglichkeit des Weiterstudiums gemäß § 11 BerlHG
  • ein mindestens einmonatiges Vorpraktikum in einer anerkannten Einrichtung des Sozial- und Gesundheitswesens gemäß Zulassungs- und Auswahlordnung 
  •  

Die Studiengänge an der MSB Medical School Berlin sind NC-frei: Talent, Motivation und Disziplin zählen mehr als der Notendurchschnitt auf dem Zeugnis. Pünktlichkeit, gute Leistungen und Engagement während des Studiums sind dabei von großer Bedeutung.

Karriere

Welche beruflichen Perspektiven bieten sich Ihnen nach dem Studium der Frühe Hilfen und Frühförderung (Bachelor)?

Bereits heute arbeiten in Deutschland pädagogische, medizinisch-therapeutische, ärztliche und psychologische Fachpersonen in etwa 1.300 Frühförderstellen, derzeit 128 Sozialpädiatrischen Zentren und tausenden (integrativen) Kindertagesstätten. Meist fehlt jedoch eine zielgerichtete Ausbildung, die durchgängig den Anforderungen einer an der Lebenswelt des Kindes und dessen Familie orientierten Beziehungs- und präventiven Förderarbeit entspricht. Frühförderung ermöglicht somit den Übersetzungsprozess fachlicher Hilfen in den konkreten Sozialraum des Kindes und der Familie.

Mit einem spezifischen Studienangebot werden Arbeitgebern Angebote unterbreitet, die Infrastruktur von frühkindlichen Hilfen und der entsprechenden Familienbegleitung auf eine fachlich und wissenschaftlich fundierte Grundlage zu stellen. Der bisherige Erfolg von Absolventen des Bachelorstudiengangs Frühe Hilfen und Frühförderung auf dem Arbeitsmarkt zeigt, wie groß die Nachfrage der Praxis nach derart qualifizierten Fachpersonen ist.
Neben der Tätigkeit in ambulanten Einrichtungen finden qualitativ gut ausgebildete Fachkräfte Arbeit in teilstationären Einrichtungen und in integrativen Kindertagesstätten. Sie erwartet ein umfangreiches Arbeitsfeld, welches durch die Präventions- und Integrationsgebote des SGB IX (§§ 3 und 4) eine weitere Stärkung erfahren hat.

Akkreditiert und staatlich anerkannt