Datum: 21.09.2021
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Suizidalität im Kindes- und Jugendalter: Ringvorlesung am 08. Juli mit Prof. Dr. Knappe (TU Dresden)

An der Ringvorlesung am Donnerstag, den 08. Juli mit Prof. Dr. Susanne Knappe der TU Dresden zum Thema »Suizidalität im Kindes- und Jugendalter«, die den Abschluss der Reihe aus dem Sommersemester »Am Leben bleiben – Suizidprävention über die ganze Lebensspanne« bildet, haben erneut über 270 interessierte Studierende, Psychologische Psychotherapeuten und Interessierte teilgenommen.

 

Suizid ist bei Kindern- und Jugendlichen die häufigste Todesursache. Dennoch erforschen nur wenige Experten Suizidalität in dieser spezifischen Altersgruppe so genau. Prof. Dr. Knappe berichtete von z.T. selbst durchgeführten Studien, die zeigen, dass psychische Störungen fast immer ihren Anfang in der Adoleszenz nehmen. Insbesondere das Alter um 14 Jahre scheint ein wichtiger Wendepunkt zu sein. In dieser Altersgruppe dachten bereits ca. 18% aller Kinder und Jugendlichen an Suizid oder entwickelten sogar einen Plan. Zudem zeigt sich, dass Suizidideen häufig episodisch auftauchen, also wiederkehren. Tatsächlich suchen viele Betroffene erst ca. 15 Jahre (!) nach den ersten Symptomen Hilfsangebote auf. Umso wichtiger – so die Expertin – wirksame Präventionsprogramme zu entwickeln, um so früh wie möglich in den Prozess einzugreifen. Prof. Dr. Knappe und ihr Team entwickelten daher ein vielversprechendes Präventionsprogramm für Schüler, um kompakt und interaktiv über psychische Erkrankungen aufzuklären, über Hilfsangebote zu informieren und schließlich die Mental Health Literacy unter Kindern und Jugendlichen zu fördern. Wir bedanken uns herzlich bei der Referentin und allen engagierten Gästen für den Abend.

Im Wintersemester 2021/22 findet der Auftakt zu einer neuen Ringvorlesung mit vier Terminen unter dem Leitthema »The Epigenetics of Stress and Trauma: From Research to Practice« statt. Internationale Referenten im Forschungsfeld Epigenetik erörtern, inwieferntraumatische Erfahrungen mittels epigenetischer Mechanismen nicht nur einen Einfluss auf die Psyche besitzen, sondern wortwörtlich »unter die Haut gehen«. Die Anmeldung zu den englischsprachigen Fachvorträgen ist hier möglich. 

 


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