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Prof. Dr. Jessica Lilli Köpcke

Studiengangsleitung Heilpädagogik
Professur für 
Heilpädagogik

Calandrellistraße 1-9
12247 Berlin
Fon: +49 30 / 76 68 37 53-84
Fax: +49 30 / 76 68 37 53-69
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Biographie
Jessica Lilli Köpcke ist seit Oktober 2016 als Professorin für Heilpädagogik und Studiengangsleiterin an der Medical School Berlin tätig. Zuvor war sie drei Jahre als Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Universität Leipzig am Institut für Erziehungswissenschaften im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung tätig.

Sie studierte Erziehungswissenschaften an der Freien Universität zu Berlin und schloss Ihrem Bachelorstudium ein berufsbegleitendes Studium, mit dem Abschluss Master Soziale Arbeit-Bildung und Beratung an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin an. An der Universität Leipzig promovierte Sie zu dem Thema „Rekonstruktion der Bedeutung einer in der Adoleszenz erworbenen traumatischen Querschnittlähmung für den weiteren Lebensverlauf“.

Ihre langjährige berufliche Erfahrung in einschlägigen Feldern der Heilpädagogik umfasst eine dreijährige Tätigkeit als Schulsozialarbeiterin an der Toulouse-Lautrec-Schule in Berlin, einem Förderzentrum für körperliche und motorische Entwicklung. Davor war Sie viele Jahre bei der Spastikerhilfe Berlin in der Freizeitbetreuung und einem Wohnprojekt tätig. Ihre praktischen Erfahrungen in der Arbeit mit Erwachsenen und Kindern mit Beeinträchtigung umfassen ebenfalls eine Tätigkeit bei der Hamburger Assistenz Genossenschaft, die das Selbstbestimmungsrecht von Menschen mit Beeinträchtigung durch persönliche Assistenz umsetzt.

Mit Ihrem Coaching-Institut ist Sie seit vielen Jahren als Seminarleiterin für Freie Träger und Unternehmen erfolgreich tätig, unter anderem auch in der Arbeitsmarktinklusion von Menschen mit Beeinträchtigung. Dadurch entsteht eine besondere Qualität in der Lehre und Forschung, die zum Ziel hat, wissenschaftliche Erkenntnisse und die Vermittlung von Handlungskompetenzen für die Praxis in Einklang zu bringen, sowie Netzwerke und Kooperationen mit Akteuren der Heilpädagogik zu stärken.

Lehrtätigkeiten
Die Lehrtätigkeit an der Universität Leipzig am Institut für Erziehungswissenschaften im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, umfasste die Bereiche Allgemeine Sonderpädagogik und Inklusive Pädagogik, sowie Rehabilitations- und Integrationspädagogik. Die Lehre ist dabei von einer praxisnahen Umsetzung und aktiven Einbindung der Studierenden in die Unterrichtsgestaltung geprägt. Sie versteht die Heilpädagogik als Handlungswissenschaft, in der Sie Menschen mit Beeinträchtigung als „Experten in eigener Sache“ wahrnimmt und diesen Ansatz durch die partizipative Sozialforschung den Studierenden nahe bringt.

Forschungsschwerpunkte

  • Biographieforschung und interpretative Sozialforschung
  • Lebensverläufe von Menschen mit Querschnittlähmung und Spina bifida
  • Partizipative Sozialforschung
  • Hochschulentwicklung, inklusive Hochschule
  • Persönliche Assistenz, Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigung

Aktuelles Kooperationsprojekt partizipative Sozialforschung:
„para-normal-lifestyle“- Eine andere Sicht auf Querschnittlähmung


Das Projekt bietet Menschen mit Querschnittlähmung, als Experten in eigener Sache, die Möglichkeit die eigene Sichtweise und den Umgang mit der Beeinträchtigung darzustellen. Die öffentliche Wahrnehmung von Menschen mit Beeinträchtigung soll aktiv mitgestaltet werden und zu Diskussionen zum Thema Inklusion in allen Lebensbereichen über den schulischen Kontext hinaus angeregt werden. Das zentrale Mittel sind neben der Sammlung von Autorenbeiträgen der Experten in eigener Sache auch künstlerische Beiträge, unter anderem von dem Fotografen Arne Schöning, der ebenfalls mit einer Querschnittlähmung lebt.

Aktuelles Projekt der Lehr- und Lernforschung:
Diversität in der Hochschullehre - Dozenten mit Beeinträchtigung in den Studiengängen Heilpädagogik und Soziale Arbeit

Die partizipative Sozialforschung hat sich als methodischer Forschungszugang etabliert. Wie ist dieser Ansatz in die Hochschullehre implementierbar? Die Diversität unter den Lehrenden sollte sich erhöhen, um sie nicht nur als fachliche Experten, sondern auch als „Experten in eigener Sache“ für die Ausbildung der Studierenden zu gewinnen. Anhand eines qualitativen Forschungsdesigns, sollen die Kompetenzen erfasst werden, über die Lehrende mit einem doppelten Expertenstatus verfügen und welche Chancen dies für die Ausbildung von Studierenden eröffnet. Der Fokus soll dabei auch auf den Möglichkeiten der Umsetzung an Hochschulen allgemein liegen, sowie den Themen Barrierefreiheit und Qualifikation der Experten.

Abgeschlossenes Forschungsprojekt in Form einer Dissertationsstudie (2013-2016)„Rekonstruktion der Bedeutung einer in der Adoleszenz erworbenen traumatischen Querschnittlähmung für den weiteren Lebensverlauf“

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Lebenswelt von Menschen mit einer traumatischen Querschnittlähmung darzustellen und die Chancen und Bedingungen für eine Verarbeitung des Erlebten zu analysieren. Die identitätsbildenden Faktoren nach einer erworbenen Beeinträchtigung sind in der aktuellen wissenschaftlichen Auseinandersetzung nicht hinreichend erforscht und dargestellt. Die methodische Vorgehensweise der Erhebung orientiert sich an der von Gabriele Rosenthal entwickelten Methode der biographischen Fallrekonstruktion im Rahmen der interpretativen Sozialforschung. Diese steht im Zusammenhang mit lebensgeschichtlichen Interviews in Anlehnung an das narrative Interview nach Fritz Schütze und der Anwendung einer konsequenten offenen narrativen Gesprächsführung. Diese Forschungsmethode ermöglicht Einblicke in die „Innenseite“ des Erlebens einer erworbenen Querschnittlähmung, sowie Erkenntnisse dazu, wie unterschiedlich die jeweiligen Einschränkungen und Belastungen jenseits der medizinisch begründbaren Schädigungen von den Betroffenen erfahren und geschildert werden. Ziel der Rekonstruktion ist es, die damalige biographische Bedeutung des in der Vergangenheit Erlebten, als auch die Bedeutung der Selbstpräsentation in der Gegenwart zu entschlüsseln.

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